Es gibt gute.. und es gibt schlechte Tage!

So gesehen und unterm Strich hatte ich letzte Woche u.a. auch einen an sich guten Tag. Tagsüber ist es derzeit sowieso eher extrem produktiv (Job), was auch Spass macht, aber ich bin durchaus auch froh, wenn der eine oder anderen wieder aus dem Urlaub zurück ist und sich das wieder auf mehr Schultern verteilt. :) Dann hatte ich noch ein vergleichsweise positives Erlebnis, was mich Richtung Abend doch wieder etwas aufgebaut hat.. ich hatte seit 2006 bei vodafone eine UMTS Datenkarte und bis Ende 2008 lief das auch alles recht gut, aber irgendwie bekam ich seit Januar 2009 keine Netzverbindung mehr. Ich habe dann über weit mehr als ein einem halben Jahr immer wieder mal dort angerufen (brauchte das an sich nicht so oft) und versucht, dass man das wieder zum Laufen bringen kann, aber es klappte nicht so recht (genau genommen: gar nicht!).
Da dann die Versetzung und der Umzug nach Hamburg anstand hatte ich mir auf die Schnelle einen Tchibo-Stick besorgt, der natürlich völlig problemlos an meinem Notebook zu betreiben war (ich erwähne das nur, weil es seitens vodafone ja immer hiess, bei denen wäre alles “in Ordnung”).

So ging dann die Zeit ins Land und nachdem so langsam ein Ende der Umzieherei abzusehen war und es auch insgesamt wieder etwas ruhiger wurde, erinnerte ich mich an ein offenes Thema und verfasste Ende März eine fristlose Kündigung. Begründet wurde dies mit 15 Monaten, in denen ich zwar die Ehre hatte zu zahlen, aber nachweislich keine Leistung seitens vodafone dafür erbracht wurde und weil der Vertrag ja sowieso absehbar auslaufen würde. Weggeschickt.. schlafen gelegt.
Im April kam eine erneute Abbuchung und da dachte ich noch: “Ok, so schnell geht das ja nicht” – also: Rückgabe der Lastschrift. Anfang Mai kam nichts mehr und auch wenn ich mich gewundert habe, keine Bestätigung der Kündigung erhalten zu haben, freute ich mich und dachte mir, dass nun alles erledigt sei..

Naja, wer die vielen “Glücksmomente” meines Lebens so ein bisschen kennt, weiss natürlich jetzt schon, dass es dabei nicht geblieben ist. :( Anfang Juni zog ich eine wüste Mahnung aus dem Briefkasten und rief natürlich sofort dort an.. die vielen Details erspare ich mir, aber unterm Strich hatte ich eine nette Mitarbeiterin und einen sogenannten Team-Leiter in den nun folgenden rund 45 Minuten dran.. in denen mir erklärt wurde, eine Kündigung wäre nie angekommen und ausserdem hätte sich der Vertrag bereits bis Mitte 2011 verlängert.. doch am Ende einigten wir uns darauf, dass ich die angefallen Mahnkosten noch zahlen solle und danach würde der Vertrag beendet.
Meine Frage an den Teamleiter vodafone: “Bekomme ich noch etwas schriftlich?” Seine Antwort: “Nein, aber machen Sie sich keine Gedanken, ich leite das sofort in die Wege!

Gefreut -> gezahlt -> vergessen.

Letzte Woche schaue ich mal wieder auf meinen Kontoauszug, sehe meine – wie abgesprochen – geleistete Abschlusszahlung unter den Soll-Buchungen und ein paar Tage später für just den gleichen Vertrag eine weitere Abbuchung. Fast fassungslos trieb es mich erneut dazu, deren Serviceline anzurufen und dort bekam ich die Auskunft, dass eine Kündigung nicht vermerkt sei und der Vertrag – immer noch und selbstverständlich völlig vereinbarungsgemäss – bis Mitte 2011 laufen würde. :(
Ich bat (erneut) um den Rückruf eines Teamleiters, da gerade mal wieder keiner verfügbar war und.. sass nahezu ohnmächtig vor Wut vor meinem Telefon. Ich wusste wirklich nicht, warum immer nur mir soviel Sch*** passiert und in diesem Moment noch weniger, was ich nun noch dagegen tun soll. In meiner Phantasie sah ich mich schon noch mehr Geld für nichts und wieder nichts aus dem Fenster werfen (und wir reden hier von 500-600 €uronen). Und zum wirklich ersten Mal bereute ich, keine Rechtsschutzversicherung zu haben.. Aber ich habe Zeit meines Lebens keine gebraucht, weil ich immer mit den Menschen reden und Dinge auch so aus dem Weg räumen konnte.

Nun habe ich tatsächlich im Moment wegen eines anderen Themas einen Anwalt an der Hand und habe mich vertrauensvoll an ihn gewandt mit der fragenden Bitte, wie man hier wohl am sinnigsten weiter vorzugehen habe und er hat mir zwar nicht selbst helfen können (andere Rechtsgebiete), aber einen Kollegen in der gleichen Kanzelei empfohlen, mit dem ich dann auch ein sehr nettes und informatives Gespräch habe führen können. Und nachdem ich dann hörte, dass solche Dinge fast schon Tagesgeschäft sind (schande über Euch Telekommunikationsanbieter, dass das überhaupt notwendig ist!) und wie hoch die eventuellen Kosten für einen möglicherweise notwendigen, ersten Schriftverkehr werden würden, schaute ich wieder etwas weniger unglücklich aus der Wäsche, denn das klang bezahlbar – auch ohne Versicherung. Aber.. ich denke trotzdem derzeit ernsthaft darüber nach, dennoch eine solche abzuschliessen.. :)
Demzufolge habe ich dann den für letzten Freitag versprochen Rückruf seitens vodafone – der selbstverständlich nicht stattgefunden hat – nicht so schlimm genommen und auch nachdem Montag und Dienstag keiner kam, habe ich mich eher damit befasst, die notwendigen Infos für den Anwalt fertig zu stellen.. und so kam der Rückruf vor einer Woche dann doch noch mehr als überraschend und.. auch wenn mein Vertrauen schon ein wenig erschüttert wurde.. wir haben – denke ich – einen vernünftigen Konsenz gefunden, d.h. ich bin dann jetzt (wahrscheinlich & endlich) aus dem Vertrag raus, es entstehen mir keine Kosten, was abgebucht wurde, wird zwar nicht bar zurück gezahlt, aber meinem iPad-Vertrag gutgeschrieben.. alles Dinge, mit denen ich leben kann.. und es soll sogar noch eine schriftliche Bestätigung kommen! Man darf gespannt sein.. ;)

Und trotzdem.. ich bin im Moment eigentlich dauersauer. Ich weiss auch nicht, ob nur ich dieses Gefühl habe, dass ich eben scheinbar fast der Einzigste bin, der sich über gewisse Dinge in diesem Land aufregt, aber wenn man aktuell sieht, wie auf der einen Seite das Geld für – aus meiner Sicht – Schwachsinn aus dem Fenster geworfen wird… beispielsweise wenn die Kanzlerin für mehr als 10.000€ die FlugSTUNDE zu einem Fussballspiel fliegt.. oder es einfach anderen vorne und hinten – immer noch ! – reingeschoben wird, als ob wir einfach nur zuviel von dem lieben Geld hätten.. aber auf der anderen Seite der Schuldenberg immer weiter wächst, man immer und immer wieder Versprechungen macht, an die sich 3-6 Monate später keiner mehr erinnert oder die leider aktuellen Gegenbenheiten weichen mussten.. Dann frage ich mich einfach, wielange unsere kommunale, Bundesland- und Landesführung meint, dass das eigentlich noch gut gehen kann. Jeder von denen darf sich am Topf bedienen.. weil es schon immer so war oder für den “guten Zweck”.. aber die, die diesen Topf füllen und für die das Geld an sich ursprünglich auch bestimmt ist – denn die Herrschaften da oben sollten es ja eigentlich nur nach bestem Wissen und Gewissen für uns verwalten – die bekommen immer weniger davon und müssen im Gegenzug aber immer mehr reinstecken oder aus eigener Tasche bezahlen.

Vor nicht allzu langer Zeit habe ich mich über das Thema Praxisgebühr & Zuzahlungen ausgelassen und war schon ein wenig verwundert, nicht mal eine Reaktion darauf bekommen zu haben. Scheinbar traut sich keiner dazu etwas zu sagen oder jeder hat immer noch genug Kleingeld in der Tasche, dass ihm so etwas egal ist…?
Mir ist es jedenfalls nicht egal und ich werde wirklich jeden Tag wütender, wenn ich so Dinge erleben muss, wie beispielsweise dieser Tage. Ich gehe in eine Apotheke und lege ein Rezept vor für ein Medikament, dass ich seit einiger Zeit einnehmen soll (Thema Schilddrüse). Bereits 2x habe ich in der gleichen Apotheke genau dieses Medikament auch erhalten.. jetzt heisst es plötzlich: wird von Ihrer Krankenkasse nicht mehr bezahlt. Ich könnte es privat bezahlen (fast 13 €) oder ein anderes Mittel nehmen, dass von der Kasse bezahlt würde.

Wohlgemerkt.. ich rege mich gar nicht darüber auf, dass die Kasse versucht vielleicht zu teure Medikamente einzusparen oder Preise zu drücken, die hier in Deutschland eh zu den höchsten auf der Welt gehören. Aber ich muss nun entweder immer wieder beim Arzt daran denken ihn darauf hinzuweisen, wenn man ein ganz bestimmtes Mittel nehmen will, dies auch auf dem Rezept zu kennzeichenn, damit ich es auch ohne weitere Zuzahlung bekomme (vorausgesetzt er macht das, denn auch die leben ja inzwischen in Kontingenten).. oder ich muss es selbst zahlen oder “teste” ein anderes Medikament, dass ich vielleicht nicht vergleichbar gut vertrage. Denn die Tatsache, dass wohl der gleiche Wirkstoff enthalten ist, bedeutet ja nicht automatisch, dass es die gleiche Zusammensetzung hat…

Und hierbei kam mir dann die Galle hoch und ich rechnete einfach mal durch.. ich bin seit rund 20 Jahren freiwillig in der gesetzlichen Krankenkasse versichert, zahle den absoluten Höchstsatz. Und ich bin da nur, weil ich mir damals nicht ganz sicher war, wie das mit den privaten Kassen laufen wird und weil ich nicht wusste, ob vielleicht doch nochmal Familie und Kind anstehen würden und.. weil es letztlich ein Solidarbeitrag zur Gemeinschaft ist (was ich durchaus unterstützenswert finde!).
Jetzt, wo sich ein Wechsel in eine Privatversicherung deutlich schwieriger gestalten würde, werde ich in der gesetzlichen aber immer mehr ausgenommen. Eine Vielzahl an Leistungen wurde gestrichen und ich bekomme die nur noch, wenn ich dies selbst und zusätzlich versichere. Und das läppert sich.. machen wir mal ein kleines Rechenbeispiel, in dem aber z.B. privat zu bezahlende Medikamente – die leider auch ab und an mal vorkommen – nicht berücksichtig wurden. Auch nicht die Krankenhauszusatzversicherung, da diese nie Bestandteil der gesetzlichen Versicherung war und ich mir die schon in jungen Jahren wegen dem Motorrad fahren zugelegt hatte. Doch kommen wir zur Aufstellung:

Monatlich die Höchstsumme bei der KV, wobei der Anteil durch den Arbeitgeber inzwischen auch bei kaum noch 46% liegt. (560 €)
Pflegeversicherung (83 €)
notwendige Zusatzversicherung für Brille, Zähne etc. (ca. 20 €)
durchschnittlich ein Rezept pro Monat (5 €)
Zusatzbeitrag I der DAK – Quartalsgebühr beim Arzt (3,33 € anteilig)
Zusatzbeitrag II der DAK (8 €)

Das macht unterm Strich pro Monat bereits jetzt schon rund 680 €, davon mein eigener Anteil: 420 € – damit ist mein eigener Anteil (umgerechnet in DM) inzwischen fast so hoch, wie früher mein Gesamtbetrag inklusive allem!

Und was passiert nun.. da soll der KV-Anteil von 14,9 % auf 15,5 % angehoben werden. Mehr noch.. der Arbeitgeberanteil soll bei den dann 7,3 % eingefroren werden, d.h. gibt es in der Zukunft weitere Erhöhungen, gehen die zu 100% zu Lasten des Arbeitnehmer. Darüber hinaus soll der Zusatzbeitrag II (denn nochmal, wir haben bereits die Quartalsgebühr, die auch zu 100% an die Krankenkassen geht!) nicht mehr auf max. 36 € pro Monat gegrenzt bleiben, sondern noch oben offen werden.
Ich wage mir kaum vorzustellen, was meine geliebte DAK macht, wenn es soweit ist.. sie war schliesslich eine der ersten, die auf dem Zusatzbeitrag II bestanden hat.. und der wird sich – neben der gesetzlichen Erhöhung – sicher auch nochmal verändern. Und wohl kaum zu meinen Gunsten. :(

Das Schlimme ist.. ich habe ja gar nichts dagegen, dass Leistung bezahlt werden muss und nicht einmal, wenn das dann etwas mehr kostet. Aber entweder man macht wirklich eine “Kopfpauschale”, wo dann alles drin ist.. und geht dann auch mal mit dem Rotstift an Dinge, die wirklich nur unnötig Geld kosten, aber keinem was bringen.. z.B. die beiden Zusatzbeiträge und die dafür notwendige Verwaltung bei Ärzten und Krankenkassen. Würde man sich das sparen und alles einfach direkt abziehen, hätte man sicher schon wieder einige Millionnen mehr in der Kasse unterm Strich.
Doch was passiert statt dessen? Der kleine Mann muss wieder mal bluten und die Besserverdienden werden nur marginal an dem Thema beteiligt. Und anstatt für das mehr an Geld auch ein mehr an Leistung zu bekommen, wie man es eigentlich erwarten würde, wird eine Leitung nach der anderen gestrichen und muss zusätzlich privat finanziert werden.

Leute, das Leben muss bezahlbar bleiben! Wenn ich meine paar Kröten nur noch für Miete, Versicherungen und die Fehler unserer lieben Politik hingeben muss und mir kaum noch etwas bleibt, um meinen dicken Bauch mit netten Kleinigkeiten zu erfreuen (wobei ein solcher Umsatz nicht nur meinen Bauch, sondern ebenfalls den Staat und den Unternehmer freut etc.), dann mancht das Leben und der Einsatz in vielen Bereichen desselben wirklich keinen grossen Spass mehr.. :(

Alle wollen nur eines.. Geld!

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